Auch die Schule gehört zur Lebenswelt der Menschen in unserer Pfarrei. Dementsprechend wirkt auch der Schulseelsorger der Bischöflichen Liebfrauenschule, Frank Klinkenberg, in unserem Pastoralteam mit. Mit seinem Leitartikel für diesen Pfarrbrief möchte er daher vor allem die Tatsache in den Blick heben, dass kirchliches Leben und Glaube auch im Schulalltag eine besondere Rolle spielt.

Und das gilt erst Recht für seine Schlussfolgerung, dass Gott für uns Christen immer im Mittelpunkt steht, ob im stressigen Alltag oder im erholsamen Urlaub.

Und schon wieder ist ein Schuljahr ´rum

SchulraumSind die Tochter oder der Sohn gefühlt nicht gerade erst eingeschult worden? Haben Sie als Eltern die mit Ihren Kindern gut abgewogene Entscheidung, auf welche weiterführende Schule es geht, mit mehr oder weniger Nervosität und Hoffnungen nicht eben erst umgesetzt? Liegt der Klassenlehrerwechsel, der mit Spannung erwartet wurde, tatsächlich schon ein ganzes Schuljahr zurück? Im oft übervollen Schulalltag scheint die Zeit zu fliegen. Vielleicht hat sich so mancher Lehrer, der nicht nur den Kopf mit zu stellenden, sondern auch seine Arbeitstasche mit zu korrigierenden Klassenarbeiten und Klausuren voll hat, bei dem überraschenden Gedanken ertappt „Ja, ist denn heut` schon Weihnachten?!“

Fest steht am Ende dieses Schuljahres, dass es mal wieder eine schier unüberschaubare Anzahl an Aktivitäten, Gesprächen, Projekten und Aktionen gab, die weit über den Unterricht als Kerngeschäft einer Schule hinausgehen und den umfassenden Bildungsauftrag und Bildungsbegriff umsetzen: Wandertage, Klassenfahrten, Studienreisen, Besinnungstage für Schüler, Exerzitien für Lehrer, internationaler Schüleraustausch, Gottesdienste, spirituelle Angebote, Konzerte, Theateraufführungen, Kunstausstellungen, Lesewettbewerbe, Rechenwettbewerbe, Sport-veranstaltungen, zahlreiche soziale Projekte und natürlich Eltern-Lehrer-Gespräche, Schüler-Lehrergespräche, Elternsprechtage, Beratungsgespräche mit Schulsozialarbeit und Schulseelsorge…sorry, diese Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn man nicht wüsste, dass hier über Schule geschrieben wird, könnte man sich vielleicht in Teilen an ein Veranstaltungsprogramm einer Kleinstadt erinnert fühlen. Also: So schnell und vor allen Dingen so einfach ist das Schuljahr denn doch nicht verflogen! Und die Mühen der Eltern, Schüler und Lehrer lassen sich im Einzelnen gar nicht auflisten. Da kommen die Ferien doch gerade recht und sind für alle wohlverdient…bis es dann Ende August wieder heißt: „Und täglich grüßt das Murmeltier!“

Wie gut, wenn es einer Schulgemeinschaft, die ja aus Schülern, Lehrern und Eltern besteht, gelingt, all die Aufgaben miteinander zu tragen. Gläubige Menschen, und nicht nur sie, können und sollen zuversichtlich sowohl ihre Begabungen und Interessen in Schule einbringen, als auch ihre Grenzen transparent und deutlich machen, um Schule aktiv zu gestalten.
In einer Schulgemeinschaft, die sich als christliche Schulgemeinde versteht, ist der innere Dreh- und Angelpunkt der menschgewordene Gott, der uns in der Menschlichkeit der Menschen begegnet und vor allem das Kind in die Mitte stellt, es um Jesu Willen aufnimmt (MK 9,36-37). Wo dies gelebt wird, entsteht ein Kontrapunkt zu Aktionismus und Überforderung in Schule und Gesellschaft. Christliche Schule versteht sich insofern als Lehr- und Bildungseinrichtung, die aus dieser Gottes- und Menschenbeziehung lebt, sie feiert und ihr vielfältiges Tun von dort her gestaltet – immer wieder neu und immer wieder auf`s Neue.
Und jetzt: „Ab in den Urlaub!“

Frank Klinkenberg
(Pastoralreferent, Schulseelsorger an der Bischöflichen Liebfrauenschule)

 

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