Liebe Christinnen und Christen in Dürwiß!

„Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus...“, „Wonnemonat Mai“, „Frühlingserwachen“ und viele andere Namen kennen wir für den nun beginnenden Monat. Großartige Fest liegen vor uns: Tag der Arbeit (1. Mai), Muttertag (10. Mai), Christi Himmelfahrt (21. Mai), Pfingsten (31. Mai).

Darauf können wir uns freuen! Doch was war das doch für eine Fastenzeit? Was für ein Osterfest? Durch die Corona-Pandemie haben alle Menschen irgendwie gefastet, in dem man zumindest auf die vielen sozialen Kontakte verzichten und mannigfaltige Einschränkungen im alltäglichen Leben hinnehmen musste. Viele haben auch sehr gelitten, weil sie selbst oder nahe Angehörige erkrankt oder gar gestorben sind, oder weil Existenzängste Wirklichkeit wurden.

Maiglock

Doch heute will ich nicht all die Ängste weiter schüren. Vielmehr will ich Mut machen und Hoffnung verbreiten. Denn diese Fastenzeit hat auch vieles verändert, zum Guten gekehrt, und das ist ja der eigentliche Sinn der Fastenzeit: Umkehren zum Guten.

Was haben die Menschen im Kleinen und im Großen nicht alles auf die Beine gestellt? Was sind nicht alles für Ideen entstanden, um anderen in dieser Krise zu helfen? Diese Ideen alle aufzählen, würde hier den Rahmen sprengen, weil so viele, so unterschiedliche Dinge auf ganz vielen Ebenen kreativ für den Nächsten entwickelt und in die Tat umgesetzt wurden. Nahezu jeder, der irgendetwas zur Bewältigung der Krise beitragen konnte, hat alles getan, ohne dabei den eigenen Vorteil im Blick zu haben. Diese von jetzt auf gleich mit großer Überzeugung gelebte Nächstenliebe habe ich als überaus heilsames Zeichen der Nähe Gottes zu uns Menschen empfunden! Dafür bin ich von ganzem Herzen allen Akteuren dankbar!

Zwei kleine Beispiele der vielen positiven Geschehnisse werde ich dennoch kurz beleuchten:

Da ist zum einen die Idee, Gottesdienste über das Internet zu übertragen. Obwohl nicht selbst in der Kirche dabei, konnten wir doch die uns gewohnte Umgebung sehen und erleben. Ist das nicht auch eine Möglichkeit für jede Gemeinde über die Krise hinaus, Gottes Botschaft zu den Menschen zu bringen, die aus unterschiedlichsten Gründen nicht in direkter Weise am Gottesdienst in ihrer angestammten Kirche teilnehmen können? Was in der Krise eine der ganz wenigen Möglichkeiten eines allein betenden Priesters war, um gottesdienstlichen Kontakt mit seiner Gemeinde zu halten, kann doch auch nach der Krise eine Bereicherung für die ganze Gemeinde sein. Die Menschen, die in ihrer Kirche die Gottesdienste besuchen und gemeinsam beten und feiern, können die Daheimgebliebenen konkret an ihrer Gemeinschaft teilhaben lassen und lebendig - live - einbeziehen.

Der zweite Aspekt, der mir am Herzen liegt, ist meine Beobachtung, dass sich ganz viele Menschen wieder auf die kleinste Einheit christlicher Gemeinschaft intensiv zurückbesonnen haben: Auf Ehe und Familie! Seit meiner Kindheit habe ich nicht so viele Paare und Familien gesehen, die sich mit sich selbst und nicht mit anderen beschäftigt haben. Sicherlich war das eine direkte Folge des Kontaktverbots. Aber dennoch schien es mir, als würde es vielen gar nicht so schwerfallen, die Außenkontakte ruhen zu lassen und das innerfamiliäre Leben mit Freude und Elan sinnvoll miteinander zu gestalten. Es wurden so viele Dinge wieder neu entdeckt, die man im familiären Kreis gemeinsam tun kann, so auch das Beten.

Wir sind seit vielen Jahren immer mehr gewohnt und gezwungen, in Individualität und Mobilität zu denken und zu leben. Jeder plant seine Zeit nach den Bedürfnissen und Erfordernissen seiner Familie, seiner selbst.

Da bleibt beim besten Willen und Vorsatz nicht immer die Gelegenheit, den fest terminierten Sonntagsgottesdienst zu besuchen. Wäre es da nicht hilfreich, wenn man diese beiden Aspekte zusammenführt, nämlich kirchliches Geschehen, Gottesdienste, aus der eigenen Gemeinde, der vertrauten Kirche, für Einzelne, Paare und Familien, auch in deren eigenen vier Wänden ersatzweise erfahrbar und erlebbar zu machen? - Als eine Ergänzung des pastoralen Angebots, die Frohe Botschaft zu den Menschen zu bringen?!

Den Artikel schrieb ich mitten in der Corona-Krise und in der Hoffnung, dass sich unser Leben bis zur Veröffentlichung dieses Pfarrbriefs wieder etwas normalisiert haben wird und wir tatsächlich wieder in direkter Weise miteinander feiern können. Falls wir doch immer noch mit den Einschränkungen leben müssen, dann suchen Sie selbst einmal nach den guten Dingen, die diese Krise hervorgebracht hat. Es sind viel mehr, als Sie wahrscheinlich geahnt haben.

Ihr Diakon Günter Schiffeler

 

Anmerkung der Redaktion:
Veranstaltungen können trotz Ankündigung krisenbedingt ausfallen.


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