Diese zentrale Bitte in der Mitte des Vaterunsers, das wir als Christinnen und Christen in jedem Gottesdienst beten, spielt im Oktober wohl eine ganz besondere Rolle.

Brotbrech Bild Martha Gahbauer In PfarrbriefserviceAm ersten Sonntag des Monats feiern wir Erntedank. Mit reichlich geschmückten Altären in unseren Kirchen wollen wir Gott für seine Schöpfung und, wie der Name des Festes es schon sagt, für die Ernte und Erträge der Natur danken, von denen wir als Menschen auf dieser Welt abhängig sind. Natürlich gilt jener Dank auch den vielen Menschen, die täglich dafür sorgen, dass wir lebensnotwendige Dinge einkaufen können und genug zu essen haben, gerade in solchen Zeiten wie wir sie momentan erleben.

 

Zu Essen zu haben und satt zu werden, ist wohl für die meisten in unserer Gesellschaft zu einer Selbstverständlichkeit geworden.Wenn wir jedoch unseren Blick weiten, dann sehen wir, dass in vielen Teilen dieser Welt Menschen Hunger leiden, während anderswo verschwenderisch mit Lebensmitteln umgangen wird und Sachen in den Müll geworfen werden, die vielleicht noch zu gebrauchen sind. Wenn wir Gott im Vaterunser also um tägliches Brot bitten, dann sollten wir uns bewusst machen, dass dieses für alle da ist. Es geht nicht nur um unser eigenes Wohl. Wir haben eine Verantwortung gegenüber der Schöpfung und unseren Mitmenschen. Ein/e jede/r von uns kann im alltäglichen Leben nach Möglichkeiten suchen, nachhaltig mit den uns verfügbaren Lebensmitteln umzugehen und damit zu einer gerechten Güterverteilung beitragen.

Die Bitte um Brot bezieht sich jedoch nicht nur ausschließlich auf die körperlichen Bedürfnisse. Letztlich steckt darin auch der Wunsch, die menschliche Sehnsucht nach Dingen, die für die eigene Seele wichtig sind: Liebe, Geborgenheit, Wertschätzung, Vertrauen und noch vieles mehr. Jesus Christus hat von sich selbst einmal gesagt „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern...“ (Joh 6,35). Er ist es, der uns geben kann, was wir brauchen und unseren inneren Hunger stillt. Das wird in jeder Eucharistiefeier deutlich. Lassen wir andere an diesem Lebens-Brot teilhaben. Dass sie in der Begegnung mit uns dem begegnen, der uns trägt.

Ina Keulertz, Pastoralassistentin

Erntedank

 

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