Mehrere Eschweiler Gemeinden und das Umland wurden vom Hochwasser getroffen. Die Beobachtungen von Diakon Udo Haak in Pumpe-Stich stehen stellvertretend für alle betroffenen Gemeinden:

Bauschutt Wer schon einmal an der Nordsee Urlaub gemacht hat, kennt das Spiel der Gezeiten, von Ebbe und Flut. Flutwellen ganz anderer Art versetzten uns in den vergangenen Monaten in Aufregung. Denken wir an die „Corona-Wellen“, bei denen uns momentan die vierte Welle droht, bzw. diese schon Anlauf genommen hat. Und an die Flutwellen, verursacht durch den Starkregen, die viele Gebiete im Westen und Süden Deutschlands heimgesucht haben. Diese Fluten machten im Juli auch vor Eschweiler nicht halt.

Bilder in den Fernsehnachrichten, die denen der Tsunamikatastrophe in Japan vor einigen Jahren glichen! Doch dem ging hier bei uns kein Erdbeben voraus, sondern „nur“ ein sehr starker Regen, mit dessen Folgen bis dato niemand gerechnet hatte. Und so standen große Teile in Eschweiler, das Zentrum, Nothberg, Weisweiler und Pumpe-Stich unter Wasser.

Pumpe-Stich, das liegt doch auf dem Berg. Ja, aber nicht alles. Die Inde, die ein wenig versteckt durch diesen Stadtteil fließt, hat dort große Teile der Aue- und Phönixstraße nicht verschont. Tage nach dem Desaster sah ich die Inde wieder im normalen Verlauf und über der gewohnten Wasserkante hingen in zwei bis drei Meter Höhe noch alle möglichen Teile von Unrat und mitgerissenem Gestrüpp in der Uferböschung. Und bei den Menschen der Aue- und Phönixstraße-Keller und Erdgeschoss überspült und nichts mehr zu retten. So wie bei vielen Menschen in ganz Eschweiler, Stolberg, Erftstadt, Bad Münstereifel, im Ahrtal und so weiter. Glück im Unglück: die Häuser an sich auf den beiden erwähnten Straßen hatten die Flutwelle überstanden und kein Menschenleben kam zu Schaden.

Neben den schrecklichen Bildern, wozu auch die über 12 m hohen Müllberge auf dem Drieschplatz gehören, gab es aber noch eine andere Welle, eine mutmachende Welle: nämlich die Welle der ganz praktischen und anpackenden Hilfe vieler ungezählter Menschen aus vielen Teilen der Region und Deutschlands. Sie waren und sind zur Stelle an den von der Katastrophe betroffenen Orten!

So waren – zum Beispiel – Menschen aus Düren in Pumpe-Stich da, etwa Elektrobetriebe, die an mehreren Tagen vor Ort tatkräftig mithalfen. Oder ein Rentner aus Düren, der mit seinem Grillwagen, den er „Die kleine Freiheit“ nennt, Betroffene und Helfer kostenlos mit Pommes und Bratwurst sowie Kaltgetränken versorgte! Und viele andere, die mit Lebensmitteln oder Arbeitsgeräten halfen.

Pause Mich persönlich hat diese Hilfsbereitschaft der vielen Menschen angerührt. Doch wir dürfen diese Hilfe und den Beistand, auch jetzt im September, nicht abreißen lassen. Ich schreibe diese Zeilen Anfang August. Dort, wo ich mein Büro habe und in vielen Teilen von Pumpe-Stich sind immer noch Haushalte ohne Festnetz und ohne Internet (Kabelfernsehen). Doch allmählich geht es auch dort, wie in ganz Eschweiler und Stolberg, voran.

Beten wir für alle Betroffenen um Kraft und Zuversicht und helfen wir auch ganz praktisch weiter! Denn, obwohl die meisten Betroffenen sich sehr tapfer im Wiederaufbau, neben Familie und Beruf (denn das Leben geht ja weiter) abgemüht haben und es immer noch tun, sind dem Körper, dem Geist und der Seele Grenzen gesetzt.

Seien wir besonders für die Menschen da, die diese Grenzen erreicht oder über-schritten haben.

Jetzt und in Zukunft...

Udo Haak

Bilder: Wolfgang Wedekin

 

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