v IMGA5091b4SaufWjsRestaurierungsbericht

Nach erfolgreichem Abschluss der Restaurierungsarbeiten des heiligen Bonifatius über unserem Kirchenportal dürfen wir mit freundlicher Genehmigung der "Restauratoren Kartäuserhof GbR" die Dokumentation der Arbeiten hier wiedergeben.
Was gewissermaßen im Verborgenen hinter dem Baugerüst stattfand, kann die Kirchengemeinde nun über die bebilderten Restaurierungsschritte etwas genauer erfahren.

 

Objektidentifikation

Ort:            Eschweiler, Dürwiß
Objekt:       Katholische Pfarrkirche St. Bonifatius
Objektteil:   Relief des hl. Bonifatius
Material:     Kunststein mit Natursteinsplitt

Schadensbilder

Verschmutzungen:
- Biogener Bewuchs auf allen Flächen
- Weiße Sinterkrusten in Bereich der Fugen und Rissbildungen, verursacht durch Feuchtigkeitseintrag und dem damit verbundenen Auswaschen von Bindemittel
- Schwarze kapillar inaktive Schmutzkrusten in Bereich der Relieftiefen

Verfugung:
- Sämtliche Fugen wiesen Flankenabrisse auf, die die Ursache für den Wassereintrag darstellten

Rissbildungen:
- Zahlreiche Rissbildungen im gesamten Bereich des Reliefs, diese sind Materialbedingt und bei Kunststein üblich, verursacht durch ein unterschiedliches Schwinden der Splittmischung im Verhältnis zum gröberen Kernmörtel

Maßnahmen

Reinigung:
- Gesamte Oberfläche mit Heißdampf ohne chemische Zusätze
- Abnahme der Sinter- und Schmutzkrusten mit dem Partikelstrahlgerät

Fugen:
- Sämtliche schadhafte Fugen wurden entfernt (auch zum Wandanschluss) und anschließend neuverfugt

Rissbildungen:
- Rissbildungen wurden mit einem Injektionsmörtel geschlossen
- Rissbildungen am Konsolstein wurden Vernadelt

Holstellen:
- Hohlstellen wurden mit einem Injektionsmörtel hinterfüllt

Altergänzungen:
- Altergänzungen wurden aufgrund des unpassenden Materials und des optisch unzufrieden stellenden Erscheinungsbild entfernt und erneuert
- Vorhandene Schalen wurden durch punktuelle Klebungen wieder angesetzt und partiell vernadelt

Konsolstein:
- Da der Konsolstein großflächig neuverputzt war, erhielt er einen im Farbton auf den Bestand abgestimmten Anstrich

Retuschen:
- Die Neuverfugung wurde zur besseren Angleichung an den Bestand retuschiert

Liste der verwendeten Materialien

Strahlmittel:
Granatsand, fein

Verfugung:
Minéros Minerolith, Krusemark, Pigmente

Rissverfüllung/Injektionen:
Ledan TC 1Plus, (Weißzementbasis), Pigmente

Vernadelungen/Klebungen:
Fischer VIS 360 S, Hybridmörtel, Edelstahlgewinde V4A M6/ M10

Ergänzungen:

Vorkernmörtel: Minéros H&K, Krusemark,
Haftbrücke: PCI, Mörtelemulsion, unverdünnt
Splittmischung Eigenrezeptur:
Zuschlag:
Marmor Grieß Carrara bianco 0 - 1,2 mm, ca.: 75 %
Quarzsand 0 - 1,2 mm ca.: 22 %
Schwarzer Marmor Grieß, 0 - 0,6 mm ca.: 2,75 %
Roter Granit, 0 -0,6 mm ca.: 0,25 %
Pigment: Venezianisch Rot
Bezugsquelle: Kremer Pigmente
Bindemittel
1 RT Tubag Trasskalk 1 RT Dyckerhoff Weißzement
Mischungsverhältnis
1 RT Bindemittel : 3 RT Splittmischung
PCI Mörtelemulsion, 5 % / Anmachwasser

Retusche:
Silikatkreiden, Keim Silikatkreidenfixativ

Anstrich Konsole:
Keim, Soldalit, händisch eingefärbt

Michael Streuff
Restauratoren Kartäuserhof GbR, Köln
September 2018

 

K hof41

Abb.1:
Kunststeinrelief auf der Westseite, Vorzustand, weiße Sinterkrusten in Bereich von Rissbildungen und Fugen, schwarze Schmutzkrusten, biogener Bewuchs
(Foto: Katholische Kirchengemeinde St. Bonifatius, Dürwiß)

 

 

 

vK hof51 pAbb.2:
Kunststeinrelief auf der Westseite, Vorzustand,
schadhafte Verfugung, Flankenabrisse

 

 

 

 

 

  

K hof52 pAbb.3:
Kunststeinrelief auf der Westseite, Vorzustand
materialübliche Rissbildungen

 

 K hof61 pAbb.4:
Konsolstein, Versinterungen, durch Feuchtigkeitseintrag über die schadhafte Verfugung und Rissbildungen wird Bindemittel über unten liegende Rissbildungen ausgeschwemmt

 

 

 

 

 

 

 

vK hof71 pAbb.5:
Gesicht des hl. Bonifatius,
unschöne Ergänzung mit zu groben Zuschlägen

 

 

vK hof72 pAbb.6:
Faltenwurf im unteren Bereich des Gewandes des hl. Bonifatius, unschöne schadhafte Mörtelergänzung

 

 

 

 

 

 

vK hof81 pAbb.7:
Injizieren von Rissbildungen und Holstellen
mit farblich angepasstem Injektionsmörtel

 vK hof82 p

Abb.8:
Injizierte Rissbildung, der Überstand wurde nach dem Anziehen des Mörtels nachgearbeitet

 

 

 

 

 

 

vK hof91 pAbb.9:
Nacharbeiten der Injektion

 

 vK hof92 pAbb.10:
Nachgearbeitete Injektion

 

 

 

 

 

 

 

K hof101 pAbb.11:
Sämtliche Fugen wurden ausgekappt, die Ergänzung des Gesichts wurde abgenommen,
dabei löste sich auch die rechte Gesichtshälfte, die Schale konnte später wieder angebracht werden

 

K hof111 pAbb.12:
Ergänzung des Faltenwurfs,
antragen des Vorkernmörtels

 K hof112 p

Abb.13:
Ergänzung des Faltenwurfs,
Auftrag einer Haftbrücke

 

 

 

 

 

 

 

 

 

K hof121 pAbb.14:
Herstellen einer auf den Bestand abgestimmten Splittmischung

 

vK hof122 pAbb.15:
Mehrlagiger Auftrag der Splittmischung,
Nachwaschen der Oberfläche

 

 

 

 

  vK hof131 pAbb.16:
Kopf des Bonifatius, Vorzustand, Kernmörtel ist Bestand

 

 

 

 

 

 

 

 

vK hof141 pAbb.17:
Kopf des Bonifatius, Auffüllen der Fehlstelle mit Vorkernmörtel

 K hof142 p

Abb.18:
Kopf des Bonifatius, vorgelegte Fehlstelle

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

K hof151 pAbb.19:
Kopf des Bonifatius, Zwischenzustand, wieder angebrachte Kunststeinschale, Antragen der Splittmischung

 

K hof161 pAbb.20:
Kopf des Bonifatius, Retusche der Pupille

 

 

 

 

K hof162 pAbb.21:
Kopf des Bonifatius, Schlusszustand

 

 

 

 

 

 

 

 

 

K hof171 p

 

 

 

 

Abb.22:
Retusche der Verfugung mit Silikatkreide

 

 

 

 

 vK hof181

Abb.23:
Bonifatiusrelief, Schlusszustand

 

 

 Laufende Bildfolge

 

Quelle:

KartaeuserhofRestauratoren Kartäuserhof GbR
Kartäuserhof 7
50678 Köln
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Web: www.r-kh.de

 

Bilder: Restauratoren Kartäuserhof GbR, wenn nicht anders angegeben

 

5110C10

 

   Katholische Kirchengemeinde
     St. Bonifatius
     Dürwisser Kirchweg 1b,
    
52249 Eschweiler

   Tel: 02403/52356

   Fax: 02403/53854

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   Web:  st-bonifatius-duerwiss.de

 

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